Part 50 (1/2)

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_From 'Eulenspiegel,' the 14th story: Eulenspiegel[1] gathers a crowd to see him fly._

Die xiiii history sagt wie Ulenspiegel vss gab, das er zu Megdburg von der lauben[2] fliegen wolt, vnd die zuseher mit schimpffred ab wise.

Bald nach diser zeit als vlenspiegel ein sigrist wz gesein,[3] Da kame er geen Megdburg, vnd treib vil anschleg, vnd sein nom ward da von erst bekant, das man von Vlenspiegel wusst zesagen, da ward er angefochten von den besten der burger von der stat dz er solt etwz abenthur treiben, da sagt er, er wolt es thun, vnd wolt vff dz rathuss, vnd von der lauben fliegen, da ward ein geschrei in der stat, dz sich iung und alt samlete vff dem marckt, vnd wolten es sehen. Also stunde Vlenspiegel vff der lauben von dem rathuss, vnd bewegt sich mit den armen, vnd gebar eben als ob er fliegen wolt. Die lut stunden theten augen vnd muler vff, vnd meinten er wolt fliegen. Da lacht vlenspiegel vnd sprach, Ich meinte es wer kein thor oder nar mer in der welt dan ich. So sih ich wol, dz hie schier die gantz stat vol th.o.r.en ist, und wann ir mir alle sagt? dz ir fliegen wolt? ich glaubt es nit, vnd ir glouben mir als einem toren. Wie solt ich fligen kunde, ich bin doch weder ganss noch fogel, so hon ich kein fettich, vnd on fettich oder federn kan nieman fliegen. Nun seh? ir offenbar, dz es erlogen ist, vnd lieff da von der lauben, vnd liess dz volck eins teils fluchende, das ander teil lachende vnd sprachen, Das ist ein schalckssnarr noch, dann so hat er war gesagt.

[Notes: 1: Till Eulenspiegel, the hero of the tales, is a waggish vagabond who goes about the country,--originally Brunswick, it would seem,--working at this and that and playing pranks on people. The earliest extant edition of the Eulenspiegel stories--that here followed--was printed at Stra.s.sburg in 1515.

2: _Lauben_, 'loggia,' 'balcony' (of the town hall).

3: _Wz gesein_ = _war gewesen_. The preceding story tells how he had taken the role of sacristan at an Easter play.]

2

_From Pauli's 'Jest and Earnest,'[4] the 47th story: The clever fool._

Es kan auch etwan ein nar ein Vrteil finden, das ein weisser nit finden kan. Es kam vff ein mal ein armer man ein betler in eins wirtzhauss, da was ein groser braten an dem sp.i.s.s. Der arm man het ein stuck brotz das hub er zwischen den braten vnd das feur, das der geschmack[5] von dem braten in das brot gieng, da a.s.s er dan das brot, das thet der arm man biss das er kein brot me het, da wolt er hinweg gon. Der wurt hiesch im die urten.[6] Der arm man sprach, ir haben mir doch nichtz zu essen noch zu trincken geben, was sol ich bezalen. Der wirt sprach du hast dich gesettigt von dem meinen, von dem geschmack des bratens, das soltu mir bezalen. Sie kamen mit einander an das geruht, da ward die sach vff geschlagen, biss vff ein andern gerichtztag, da was der gerichtz herren einer der het ein narren da heim, vnd ob dem tisch da ward man der sach zured. Da sprach der nar, er sol den wirt bezalen mit dem klang des geltz, wie der arm man ersettiget ist worden von dem geschmack des bratens. Da nun der gerichtztag kam da bleib es bei dem vrteil, das vrteil fand der nar.

[Notes: 4: The first edition was published at Stra.s.sburg in 1522.

5: _Geschmack_ = _Geruch_.

6: _urten_ = _Zeche_ (cost of food and drink).]

3

_From Wickram's 'Coaching Booklet'[7]: An accommodating parson._

Ein armer ungelerter pfaff stalt nach[8] einer guten reichen pfarr; dann er hort, wie sy so vil inkommens bette, derhalb sy im so wol gefiel; es war im nit umb das schafflinweiden zu thun, sunder er verhofft, vil gelts darauff zu uberkommen. Und alss er nun vil und offt darumb gebetten unnd geloffen hette, warde er von den bauren auff ein sontag bescheiden, so wolten sy mit im handlen und auff die pfarr annemmen.

Do nun derselbig sontag kame, erschein der pfaff vor dem schultheyss und gantzen gericht in beysein des amptmans, und alss nun alle ding was bestelt,[9] was er solt zu lon haben, alss behausung, den kleinen zehenden[10] und ettlich viertel fruchten, als rocken, weissen, gersten, habern, wein unnd gelt, dess der pfaff seer wol zufriden was, abgeredt und beschlossen war, name in der schultheiss auff ein ort[11] und sagt im in einer geheimne: Lieber herr pfarrer, nachdem ir bissher im bapstumb euch hand gehalten, solt ir wussen, das es in disem dorff ein andere gestalt hatt; dann wir sindt hie gut eigenwillisch. Darumb musst ir uns das sacrament in zweierley gestalt reichen, nemlich im brot und wein. Der gut pfarrer forcht, wo er sich des widert, die bauren geben im wider urlaub; derhalben war er gutwillig unnd sprach zu dem schultheiss: Das will ich gern thun. Damit ir solt sehen, das ichs treuwlich und gut mit euch meine, so will ichs euch in dreyerley gestalt geben, als nemblich im brot und wein und dem ka.s.s darzu. Das gefiel dem schultheissen fast wol und sagt, er wolt es an seine buren hinder sich bringen, ob sy sich damit wolten la.s.sen beniegen.

[Notes: 7: _Rollwagenbuchlein_, a collection of tales to while away the tedium of travel; first published in 1555.

8: _Stalt nach_, 'wanted to secure.'

9: _Bestelt_, 'ordered,' 'arranged.'

10: _Zehenden_, 't.i.thes' (the dative in apposition to _lon_).

11: _Auff ein ort_, 'aside.']

4

_From 'Grobia.n.u.s'_[12]_: How to behave at table._

Will jemandt mit zu taffel sitzen, Zum besten ort solt du dich spitzen,[13]

Da.s.s du allzeit sitzst oben an, Vnd zelt[14] werdst fur ein weisen man.

Acht niemands adels oder stands, 5 Wesens, reichthumb, kunst, oder lands.

Sitz nider, biss ein gut gesell, Ein jeder sitz dann wo er woll.

Vnd ob er schon ein Prior wer, Sprich hie sind noch vil sessel ler. 10 Sagt jemands, gsell sitz vnden an, So sprich, was hast du mangels dran?

Gedenck so man dich nidrer[15] macht, Was schand es deinen ehren bracht.

Sprich, lieber gsell hie ist mein sitz, 15 Vnd gab nit vmb den Papst ein schnitz[16]: Warumb solt ich eim andern weichen, So er doch eben ist meins gleichen?

Wir sind von einem vatter gleich, Ob wir schon arm sind oder reich, 20 Vnd sind gemacht auss staub vnd erdt, Ist ein gut gsell des andern werdt.