Part 15 (2/2)

Nein, das kommt mir nicht zu Sinn, Weil ich gar zu frohlich bin, Geh' ich hier, geh' dort ich hin.

Spielt sie mit dem Balle, In der Magdlein Chor: Da.s.s sie nur nicht falle, Da sei Gott davor!

Madchen, la.s.st eu'r Drangen sein!

Stosset ihr mein Magdelein, Halb dann ist der Schade mein.

+12+

+Friedrich von Hausen: Zwiespalt.+

Es will mein Herze und mein Leib sich scheiden; So lange waren innig sie gesellt!

Mein Leib will einzig kampfen mit den Heiden, Doch hat mein Herz ein andres sich erwahlt Vor aller Welt. Wie qualt es mich so sehr, Da.s.s Herz und Leib sich nicht mehr folgen beide!

Viel taten meine Augen mir zu Leide.

Entscheiden kann den Streit allein der Herr.

Von solchen Noten glaubt' ich mich errettet, Da ich das Kreuz annahm zur Ehr' des Herrn, Mein Herze enger nur mit mir verkettet; Doch bleibt bestandig es in weiter Fern.

Welch reiches Leben sollte mir erstehn, Liess fahren nur mein Herz sein toricht Streben.

Doch fragt es, merk' ich, nichts nach meinem Leben, Und wie es mir am Ende soll ergehn.

Doch, da ich, Herz, es nimmermehr kann wenden, Da.s.s du mich traurig la.s.st und einsam hier, So bitt' ich Gott, da.s.s er dich wolle senden, Dahin, wo man sich freundlich neiget dir.

O weh! Wie wird sich enden doch dein Wahn!

Wie durftest du entfliehen meinen Handen?

Wer soll dir deinen k.u.mmer helfen enden So treulich, wie ich sonst es hab' getan?

+13+

+Spervogel: Weibes Tugend.+

Ob auch ein reines Weib nicht reiche Kleidung tragt, Doch kleidet ihre Tugend sie, wer's recht erwagt, Da.s.s sie so schon geblumet geht, So wie die lichte Sonne steht An einem Tag mit vollem Glanz, Erstrahlend h.e.l.l und reine.-- So viel die Falsche sich mit Kleidern schmuckt, Ihre Ehre bleibt doch kleine.

+14+

+Spervogel: Priamel.+[1]

Wer einen Freund will suchen, Wo er niemand traut, Und spurt des Wildes Fahrte, Wenn der Schnee schon taut, Kauft ungesehn der Ware viel, Und halt noch aufgegebenes Spiel, Und dient nur bei geringem Mann, Wo ohne Lohn er bleibet: Den wird es einmal noch gereun, Wenn er's zu lange treibet. 10

[Notes: 1: From Latin _praeambulum_; a gleeman's 'prelude.']

+XXI. WALTER VON DER VOGELWEIDE+

The greatest of medieval lyrists. He was an Austrian, of knightly rank but poor, and was born about 1170. He led a wandering life, visiting many courts, taking a deep interest in public affairs and distinguis.h.i.+ng himself by his matchless songs and _Spruche_. In 1215 Emperor Friedrich II gave him a small estate near Wurzburg. He died about 1230.

There are many translations of Walter, the best being by Simrock (1832), Panier (1878), Kleber (1894), and Eigenbrodt (1898). The translations below are from the sumptuous work of J. Nickol, Dusseldorf, 1904, which is itself eclectic and aims to give, for each poem, the best translation that could be found. No. 1 is by Pfaff, No. 2 by Simrock, 3 by Eigenbrodt, 4, 5, 6, 10 by Nickol, 7, 9, 11 by Panier, 8, 12 by Kleber.

+1+

<script>