Part 55 (2/2)
Ich gab mich in die See, in der es grausam wittert'
Der Sturm flog klippenhoch. Mein Schiff, das ward gesplittert, Ward leck, ward Anker[6] quit, ward Mast[6] und Segel[6] bloss.
Vor, um und hinter mir war nichts als eine Noth; Von oben Untergang, von unten auf der Tod, Es war kein Muttermensch, der mit mir hatt' Erbarmen.
Ich aber war mir gleich, zum Leben frisch und froh, Zum Sterben auch nicht faul auf[7] wenn und wie und wo, Denn mein Erloser trug mich allzeit auf den Armen.
[Notes: 4: The sonnet is reminiscent of a s.h.i.+pwreck in the Caspian Sea, November 15, 1636; the t.i.tle from St. Augustine's _inter brachia salvatoris mei et vivere volo et mori cupio_.
5: _Fiel ihr nach_, 'gave way' (_ihr_ reflexive).
6: _Anker, Mast, Segel_; all genitive.
7: _Faul auf_, 'hesitating over.']
+4+
+uber Herrn Martin Opitzen auf Boberfeld sein Ableben.+
So zeuch auch du denn hin in dein Elyserfeld, Du Pindar, du Homer, du Maro unsrer Zeiten, Und untermenge dich mit diesen grossen Leuten, Die ganz in deinen Geist sich hatten hier verstellt.
Zeuch jenen Helden zu, du jenen gleicher Held, Der itzt nichts Gleiches hat, du Herzog deutscher Seiten, O Erbe durch dich selbst der steten Ewigkeiten, O ewiglicher Schatz und auch Verl.u.s.t der Welt!
Germanie ist tod, die herrliche, die freie, Ein Grab verdecket sie und ihre ganze Treue.
Die Mutter, die ist hin, hier liegt nun auch ihr Sohn, Ihr Recher und sein Arm. La.s.st, la.s.st nur alles bleiben, Ihr, die ihr ubrig seid, und macht euch nur davon, Die Welt hat wahrlich mehr nichts Wurdigs zu beschreiben.
+LII. FRIEDRICH VON LOGAU+
An eminent writer of reflective, critical, and epigrammatic verse (1604-1655). He was born in Silesia and spent the most of his life at Brieg, where he was sometime ducal councillor. In 1654 he published _Salomon von Golaws deutscher Sinngetichte drei Tausend_, the name Golaw being a disguise of Logau. They vary in length from a couplet to a hundred lines or more, and disclose in the aggregate a virile and interesting personality. The text follows Eitner's edition in _Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts_.
+1+
+Das Beste der Welt.+
Weistu, was in dieser Welt Mir am meisten wolgefallt?
Da.s.s die Zeit sich selbst verzehret, Und die Welt nicht ewig wahret.
+2+
+Die unartige Zeit.+
Die Alten konnten frohlich singen Von tapfern deutschen Heldensdingen, Die ihre Vater ausgeubet: Wo Gott noch uns ja Kinder gibet, Die werden unsser Zeit Beginnen 5 Beheulen, nicht besingen konnen.
+3+
+Geduld.+
Leichter traget, was er traget, Wer Geduld zur Burde leget.
+4+
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